Wie Mayar Alrawas mit Costa Diamond den Sprung von Hochzeiten zu internationalen Konzerten geschafft hat

8. April 2026
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Mayar Alrawas Gründer, Costa Diamond
25.000 – 30.000 € Umsatz/Monat
1 Gründer
0 feste Mitarbeiter

1. Wer bist du und welches Unternehmen hast du gegründet?

Ich bin Mayar Alrawas, 21 Jahre alt, und Gründer von Costa Diamond. Mein Unternehmen ist in Deutschland aktiv, aus steuerlichen Gründen jedoch in Zypern angemeldet. Costa Diamond ist im Kern ein Unternehmen für Event-, Konzert- und Ablaufmanagement. Es geht bei meiner Arbeit darum, dass Veranstaltungen nicht nur irgendwie stattfinden, sondern professionell organisiert, strukturiert geplant und sauber umgesetzt werden.

Ich sorge dafür, dass an einem Abend Erinnerungen entstehen. Früher lag der Fokus stärker auf Hochzeiten, heute arbeite ich vor allem im Bereich Clubshows, Konzerte und Künstlerprojekte. Das heißt konkret: Wenn ein Künstler oder ein Management eine Show plant, dann kümmere ich mich darum, dass alles rund läuft – von DJ und Ablauf über Timings und Showelemente bis hin zu Aftershow-Konzepten und teilweise auch Ticketthemen. Mein Anspruch ist, dass ein Event am Ende nicht improvisiert wirkt, sondern so, als wäre jedes Detail bewusst gesetzt worden.

Costa Diamond

2. Erzähl uns etwas über deine Kindheit.

Ich bin im Libanon geboren und später nach Syrien gezogen. Dort habe ich als Kind Dinge erlebt, die einen Menschen sehr früh prägen. Krieg war für mich nichts, was man nur aus Nachrichten kennt. Ich habe gesehen, wie Bomben gefallen sind, wie Menschen Angst hatten und wie instabil das Leben von einem Moment auf den anderen werden kann. Solche Erfahrungen nimmt man mit, auch wenn viele Jahre vergehen.

Diese Zeit hat mich härter gemacht, aber auch wacher. Wenn man schon früh erlebt, wie schnell sich alles verändern kann, entwickelt man ein anderes Verhältnis zu Sicherheit, zu Chancen und auch zu Verantwortung. Vielleicht kommt daher auch mein starker Wille, aus meinem Leben etwas zu machen und nicht in einer Opferrolle zu bleiben.

3. Wie verlief deine schulische Laufbahn?

Ende 2015 kam ich nach Deutschland – an meinem Geburtstag, was ich bis heute als einen verrückten Zufall sehe. Der Neustart war nicht leicht. Ich kam in ein komplett neues Land, kannte die Sprache nicht und saß plötzlich in Klassen, in denen Lehrer über Themen gesprochen haben, die ich überhaupt nicht einordnen konnte. Ich wusste in vielen Situationen nicht einmal, was genau von mir verlangt wird.

Trotzdem haben einige Menschen relativ schnell gemerkt, dass in mir Potenzial steckt. Ich kam zeitweise aufs Gymnasium, musste dort aber auch Erfahrungen mit Rassismus machen. Später ging ich auf eine andere Schule in Travemünde, dann auf die Friedrich-List-Schule und bin meinen Weg Schritt für Schritt weitergegangen. Heute mache ich mein Abitur im wirtschaftlichen Bereich. Für viele ist ein Schulabschluss etwas Normales. Für mich war jeder einzelne Abschluss ein Beweis dafür, dass man sich trotz Sprache, Herkunft und Widerständen durchkämpfen kann.

4. Wie ging es danach weiter?

Eigentlich fing mein Unternehmergeist schon während der Schulzeit an. Ich hatte schon früh den Drang, etwas Eigenes aufzubauen und nicht einfach nur einen geraden Standardweg zu gehen. Bevor Costa Diamond entstanden ist, habe ich schon mehrere Ideen ausprobiert. Darunter waren auch Projekte, die komplett gescheitert sind. Ich habe Dinge getestet, die nicht funktioniert haben, und dabei auch finanzielle Fehler gemacht.

Gerade diese Phase war wichtig, weil sie mir gezeigt hat, dass Motivation allein im Business nicht reicht. Man braucht Struktur, Geduld, Timing und ein Gefühl dafür, welche Ideen tragfähig sind und welche nur im Kopf gut klingen. Rückblickend war diese Zeit chaotisch, aber sie hat den Boden dafür gelegt, dass ich später ernsthafter und klarer an mein Unternehmen herangehen konnte.

5. Wie ist die Idee zur Unternehmensgründung entstanden?

Die Idee entstand aus Beobachtung. In meinem Umfeld gab es viele Hochzeiten, Familienfeiern, Konzerte und Veranstaltungen. Immer wieder habe ich dort gesehen, dass etwas nicht sauber lief: Musik kam im falschen Moment, Abläufe waren unkoordiniert, Dienstleister waren nicht abgestimmt und das Gesamtbild wirkte oft ungeplant. Ich habe mich immer wieder gefragt, warum so viele Events viel Geld kosten, aber am Ende trotzdem unprofessionell wirken.

Aus genau diesem Gedanken ist die Idee entstanden: Ich kann das besser organisieren. Am Anfang war der Fokus ganz klar auf Hochzeiten. Zusammen mit meinem Bruder hatte ich die Vorstellung, dass wir uns ergänzen – ich in der Planung, er in anderen Bereichen rund um das Event. Wir wollten unabhängiger von fremden Anbietern werden und etwas Eigenes schaffen, bei dem wir Qualität selbst kontrollieren können.

6. Wie wurde die Idee weiterentwickelt und umgesetzt?

Ein entscheidender Wendepunkt war ein Praktikum, das ich während der Schulzeit bei einem Anwalt gemacht habe. Eigentlich war dieses Praktikum erstmal nur eine Station, aber daraus entwickelte sich mehr. Ich habe dort offen über meine Idee gesprochen und auch ehrlich gesagt, dass ich finanziell unter Druck war und schon einige Fehlversuche hinter mir hatte. Genau daraus entstand eine Chance, mit der ich selbst nicht gerechnet hätte.

Mir wurde Unterstützung bei der Gründung angeboten – inklusive Büro beziehungsweise eines Raums, von dem aus ich arbeiten konnte. Das war für mich extrem wertvoll, weil mir dadurch nicht nur organisatorisch geholfen wurde, sondern auch mental. Plötzlich war die Idee nicht mehr nur ein Gedanke, sondern etwas, das real werden konnte. Von dort aus habe ich angefangen, erste Aufträge anzunehmen, Kontakte aufzubauen und Schritt für Schritt aus einer Idee ein echtes Unternehmen zu machen.

7. War Startkapital notwendig?

Ja, grundsätzlich schon. Wer ein Unternehmen aufbauen will, braucht Kapital – nicht nur für die Gründung selbst, sondern vor allem für alles, was danach kommt. Viele unterschätzen, wie schnell Kosten entstehen: rechtliche Themen, Anmeldung, steuerliche Struktur, laufende Ausgaben, Kommunikation, Marketing und teilweise Vorleistungen. Selbst wenn man klein startet, kommt man an diesen Themen nicht vorbei.

In meinem Fall hatte ich das Glück, bei der Gründung Unterstützung zu bekommen. Dadurch musste ich am Anfang nicht alles komplett allein stemmen. Trotzdem habe ich später gemerkt, dass gerade steuerliche Themen ein riesiger Punkt sind. Wenn man am Anfang Fehler macht oder bestimmte Dinge falsch einschätzt, können daraus schnell echte Probleme entstehen. Genau das war auch einer der Gründe, weshalb ich mein Unternehmen später in Deutschland schließen und in Zypern neu strukturieren musste.

8. Welche Herausforderungen gab es zu Beginn?

Die größte Herausforderung war ganz klar meine fehlende Erfahrung. Ich hatte Kontakte, ich hatte Motivation und ich hatte das Gefühl für gute Events – aber ich wusste anfangs nicht im Detail, was alles wirklich dazugehört. Ich dachte zuerst, ein Event besteht im Wesentlichen aus Musik und Essen. In Wahrheit steckt viel mehr dahinter: Zeitpläne, Dramaturgie, Einlaufmomente, Übergänge, Technik, Ansprechpartner, Stimmungen und die Frage, wie sich ein Abend für Gäste wirklich anfühlen soll.

Gerade bei den ersten Aufträgen habe ich durch Fehler gelernt. Ich musste verstehen, dass ein guter Eventmanager nicht nur organisiert, sondern vorausdenkt. Irgendwann habe ich angefangen, Prozesse besser zu analysieren, Konkurrenzangebote zu vergleichen und aus jedem Auftrag etwas mitzunehmen. So wurde aus Unsicherheit nach und nach echte Erfahrung.

9. Gab es einen Moment, in dem du fast aufgegeben hättest?

Nein, aufgeben war für mich nie wirklich eine Option. Es gab stressige Phasen, finanzielle Probleme, Enttäuschungen und Momente, in denen vieles gleichzeitig zusammenkam. Aber selbst in solchen Situationen hatte ich nie das Gefühl, dass ich alles hinschmeißen will. Eher im Gegenteil: Schwierige Phasen haben meinen Ehrgeiz oft noch stärker gemacht.

Für mich war immer klar: Wenn ich wirklich scheitern würde, dann wäre das nicht, weil ich es versucht habe, sondern weil ich zu früh aufgehört hätte. Genau das wollte ich nicht. Ich wollte weiterkommen, wachsen und beweisen, dass man auch mit schwieriger Vergangenheit, wenig Startvorteilen und jungen Jahren etwas Großes aufbauen kann.

10. Wie sieht dein Arbeitsalltag heute aus?

Mein Alltag hat sich stark verändert. Früher war vieles strukturierter, weil ich mehr von zu Hause aus gearbeitet habe und weniger komplexe Projekte gleichzeitig hatte. Da konnte ich morgens E-Mails machen, mittags Rechnungen oder Angebote bearbeiten und abends Dinge planen. Heute sieht das anders aus, weil die Projekte größer, internationaler und spontaner geworden sind.

Inzwischen gibt es Tage, an denen ich bis fünf oder sechs Uhr morgens arbeite, nur kurz schlafe und dann direkt wieder Anrufe, Nachrichten oder E-Mails beantworten muss. Wenn man mit Künstlern, Managements, Locations und unterschiedlichen Ländern arbeitet, lässt sich der Tag kaum sauber durchplanen. Es gibt keine festen Arbeitszeiten mehr, sondern eher Phasen, in denen man permanent reagieren, koordinieren und Entscheidungen treffen muss. Das ist anstrengend, aber genau darin liegt inzwischen auch mein Alltag.

11. Wie verdient dein Unternehmen aktuell Geld?

Früher lag mein Fokus stärker auf Hochzeiten. Heute kommt der Großteil meiner Einnahmen aus Clubshows, Konzerten, Eventorganisation und projektbezogenen Abwicklungen rund um Künstler. Dazu kommt ein fixer Bestandteil aus früheren Clubshow-Projekten, der mir für die nächsten Jahre monatliche Einnahmen bringt. Dieses Modell hat mein Unternehmen deutlich stabiler gemacht als zu Beginn.

Je nach Projekt geht es dabei nicht nur um das reine Organisieren eines Abends, sondern um ein ganzes Paket: Kommunikation, Planung, Abstimmung mit Managements, Abläufe am Veranstaltungstag, Aftershow-Konzepte und teilweise auch Vertriebs- oder Ticketthemen. Genau dadurch ist Costa Diamond heute deutlich breiter aufgestellt als am Anfang.

12. In welcher Umsatzspanne bewegt ihr euch derzeit?

Aktuell bewegt sich mein monatlicher Umsatz ungefähr zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Das ist eine Spanne, die sich aus laufenden Projekten, neuen Shows und bestehenden Einnahmestrukturen zusammensetzt. Gerade durch die Auszahlungen aus früheren Clubshow-Projekten ist eine gewisse Stabilität entstanden, die mir heute deutlich mehr Sicherheit gibt als noch in der Anfangsphase.

Gleichzeitig zeigt diese Entwicklung auch, wie stark sich das Unternehmen in relativ kurzer Zeit verändert hat. Vom Einstieg über Hochzeiten bis hin zu internationalen Konzertprojekten hat sich mein Geschäftsmodell nicht nur erweitert, sondern wirtschaftlich klar professionalisiert.

13. Wie groß ist dein Team aktuell?

Ich arbeite aktuell ohne festes Team und bin im Kern alleine unterwegs. Das bedeutet aber nicht, dass ich komplett isoliert arbeite. Je nach Projekt gibt es externe Partner, Dienstleister oder Menschen, die bestimmte Aufgaben übernehmen – zum Beispiel im kreativen Bereich, bei Designs oder bei einzelnen Medienarbeiten. Die zentrale Steuerung, Kommunikation und Verantwortung bleibt aber bei mir.

Dass ich bisher kein festes Team aufgebaut habe, hängt auch mit meinen Erfahrungen zusammen. Ich hatte bereits Situationen, in denen Vertrauen missbraucht wurde. Solche Dinge prägen und machen vorsichtiger. Deshalb bin ich bis heute sehr bewusst darin, wen ich an mein Unternehmen heranlasse und wem ich Verantwortung übergebe.

14. Wie viel kannst du dir persönlich auszahlen?

Ich zahle mir aktuell ungefähr 4.000 Euro netto direkt aus dem Unternehmen aus. Dazu kommen noch rund 5.000 Euro netto monatlich aus weiteren festen Einnahmen, die aus früheren Projekten entstanden sind. In Summe liege ich also bei rund 9.000 Euro netto pro Monat.

Trotzdem versuche ich bewusst, nicht alles auszureizen, was theoretisch möglich wäre. Gerade wegen meiner früheren Erfahrungen mit Schulden, Steuerproblemen und finanziellen Überraschungen gehe ich heute vorsichtiger mit Auszahlungen um. Mir ist es wichtiger, sauber aufgestellt zu sein, als kurzfristig möglichst viel privat herauszuziehen.

15. Welche Kanäle nutzt du zur Kundengewinnung?

Ein großer Teil meiner Kundengewinnung läuft über Social Media, Kontakte und Empfehlungen. Bei Hochzeiten waren Empfehlungen früher extrem wichtig. Im Konzert- und Showbereich läuft vieles stärker über Sichtbarkeit, Kontakte aus der Szene und direkte Verbindungen zu Leuten, die mich oder meine Arbeit kennen. Social Media ist für mich vor allem deshalb wichtig, weil dort Präsenz entsteht und Menschen sehen, was ich mache.

Gerade im Entertainment-Bereich spielt Netzwerk eine enorme Rolle. Viele Aufträge entstehen nicht über klassische Werbung, sondern über Vertrauen, Ergebnisse und das richtige Timing. Wenn eine Show gut läuft, spricht sich das herum. Und wenn Menschen sehen, dass du mit größeren Projekten umgehen kannst, kommen automatisch neue Türen dazu.

16. Was sind derzeit die größten operativen Herausforderungen?

Aktuell ist eine meiner größten Herausforderungen die eigene Präsenz. Ich weiß, dass meine Marke noch stärker werden könnte, wenn ich selbst sichtbarer wäre. Ich bin aber niemand, der sich leicht vor die Kamera stellt und offensiv Werbung für sich selbst macht. Genau darin liegt für mich gerade ein Spannungsfeld: Ich weiß, wie wichtig Personal Branding ist, aber es entspricht nicht komplett meiner natürlichen Art.

Dazu kommt die operative Belastung. Je größer Projekte werden, desto mehr muss gleichzeitig koordiniert werden. Sprachen, Timings, Ansprechpartner, Angebote, Weiterleitungen, spontane Änderungen – all das kann sich schnell übereinanderlegen. Die Herausforderung besteht darin, trotz Wachstum nicht den Überblick zu verlieren und trotzdem professionell zu bleiben.

17. Welche Entwicklungen oder Projekte laufen aktuell besonders gut?

Besonders gut laufen aktuell meine Konzert- und Clubshow-Projekte. Ich habe mich inzwischen bewusst darauf fokussiert, weil ich dort das größte Wachstumspotenzial sehe und die Richtung am besten zu mir passt. Hochzeiten waren wichtig für den Start, aber heute liegt mein Fokus klar auf Konzerten, Shows und größeren Entertainment-Projekten.

Gerade dass ich inzwischen nicht mehr nur in Deutschland aktiv bin, sondern auch in Ländern wie Frankreich, Spanien oder dem Libanon arbeite, zeigt mir, dass Costa Diamond international an Relevanz gewinnt. Für mich ist das ein Zeichen, dass der Weg stimmt – auch wenn noch viel Arbeit vor mir liegt.

18. Was war bisher dein größter Erfolg?

Zu meinen größten Erfolgen zählt, dass ich mit bekannten Künstlern arbeiten durfte und dadurch in einer Szene Fuß fassen konnte, in die man nicht einfach so hineinkommt. Ein entscheidender Moment war der Einstieg über eine Show mit Samra, die ich mit extrem wenig Vorlauf organisieren musste. Das war für mich ein harter Test – und gleichzeitig ein Türöffner.

Später kamen weitere Namen dazu, unter anderem Zuna, ENO, Haftbefehl, Shindy, Dardan, AZ und weitere bekannte Artists. Ein besonderes Highlight war außerdem ein Projekt im Zusammenhang mit dem US-Rapper Gunna. Solche Momente zeigen mir, dass die Arbeit ernst genommen wird und dass ich mir meinen Platz Schritt für Schritt erarbeitet habe.

19. Was war die wichtigste Lektion, die du gelernt hast?

Die wichtigste Lektion für mich lautet ganz klar: Vertraue niemandem blind. Im Business kann man mit Menschen arbeiten, man kann sich auf Leute verlassen wollen und man kann Aufgaben abgeben – aber blindes Vertrauen ist gefährlich. Ich habe erlebt, wie jemand aus meinem beruflichen Umfeld versucht hat, mir zu schaden, und genau solche Situationen verändern einen dauerhaft.

Heute bin ich vorsichtiger, kontrollierter und achte stärker darauf, was ich wem überlasse. Das bedeutet nicht, dass man allen misstrauen muss. Aber man sollte verstehen, dass Geld, Verantwortung und Interessen Menschen verändern können. Je früher man das lernt, desto besser schützt man sich selbst und sein Unternehmen.

20. Welche Fehler würdest du heute vermeiden?

Ich würde keine Geschäfte mehr auf Kommission oder Rechnung ohne echte Sicherheit eingehen. Genau solche Entscheidungen haben mich früher in Schulden gebracht und mir gezeigt, wie schnell man sich mit scheinbar kleinen Fehlern in große Probleme manövrieren kann. Wenn das Geld nicht da ist, dann ist der richtige Schritt oft nicht, trotzdem zu kaufen – sondern zu warten.

Außerdem würde ich vieles nicht mehr in letzter Minute planen. Wenn man zu spät anfängt, verliert man irgendwann die Übersicht: Was wurde schon erledigt, was fehlt noch, wo ist ein Risiko? Genau deshalb plane ich heute bewusster und schütze meine Ideen mehr, statt alles sofort mit jedem zu teilen.

21. Was motiviert dich jeden Tag aufs Neue?

Mich motiviert vor allem der Wille, immer mehr zu erreichen. Ich habe früh gelernt, dass einem im Leben nichts geschenkt wird. Gerade deshalb habe ich in mir selbst einen starken Antrieb entwickelt, weiterzugehen und nicht stehenzubleiben. Ich möchte nicht nur kurzfristig Erfolg haben, sondern langfristig etwas aufbauen, das wirklich Bestand hat.

Zusätzlich spielt mein privates Umfeld eine wichtige Rolle. Besonders meine Freundin hat mich in Phasen unterstützt, in denen vieles gleichzeitig auf mich eingeprasselt ist. Solche Menschen geben einem Stabilität. Und genau diese Mischung aus Ehrgeiz, Verantwortung und Rückhalt motiviert mich, jeden Tag weiterzumachen.

22. Welche Ziele hast du für die nächsten 12 Monate?

Mein Ziel ist es, Costa Diamond international noch stärker aufzustellen und gleichzeitig meine eigene Sichtbarkeit zu verbessern. Ich möchte präsenter werden, der Marke mehr Gesicht geben und dadurch nicht nur Projekte umsetzen, sondern auch als Persönlichkeit hinter dem Unternehmen klarer wahrgenommen werden.

Darüber hinaus will ich mich weiter im Konzert- und Tourbereich etablieren. Früher hatte ich auch die Idee, eigene Künstler stärker unter Vertrag zu nehmen. Inzwischen sehe ich meinen Fokus aber vor allem darin, große Projekte sauber zu organisieren, mein Netzwerk weiter auszubauen und mich in genau dem Bereich zu positionieren, in dem ich aktuell den größten Hebel sehe.

23. Was würdest du jungen Gründerinnen und Gründern raten?

Mein Rat ist ganz klar: Gebt nicht auf, nur weil euer Umfeld euch nicht sofort versteht. Viele gute Ideen wirken am Anfang unrealistisch oder werden von anderen klein geredet. Wenn ihr selbst nicht daran glaubt, wird es sowieso nichts. Aber wenn ihr wirklich überzeugt seid und bereit seid, Rückschläge auszuhalten, dann müsst ihr weitermachen.

Erfolg kommt selten gerade. Meistens kommt er über Fehler, über harte Phasen, über Momente, in denen man am liebsten abbrechen würde. Entscheidend ist, dass man weiterlernt, sich nicht vom Ego blenden lässt und bereit ist, aus jeder Niederlage etwas mitzunehmen. Wer diszipliniert bleibt und dranbleibt, kann sich mit der Zeit etwas aufbauen, das andere am Anfang nie für möglich gehalten hätten.